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Warum und wie wird geimpft?

Warum und wie wird geimpft?

Beitragvon Shiva » Mo 14. Jul 2008, 22:34

Die Schutzimpfung gegen Piroplasmose:

Antworten auf häufig gestellte Fragen:


- Sind besondere Vorsichtsmaßnahmen vor der Schutzimpfung zu treffen?

Es ist wichtig, dass der Hund, der geimpft werden soll, physisch in bestmöglicher Verfassung ist und in den letzten 12 Stunden vor der Schutzimpfung nicht zu viel Nahrung zu sich genommen hat. Denken Sie auch daran, Ihren Tierarzt über etwaige Probleme während der letzten Monate vor der Impfung zu informieren.

Die Schutzimpfung ist eine medizinische Maßnahme, die nur an wirklich gesunden Tieren vorgenommen werden sollte. Es sollte daher zuvor eine gründliche Untersuchung erfolgen, die sich insbesondere auf folgende Zustände bezieht: erhöhte Körpertemperatur, Appetitlosigkeit, Schwäche und Anämie (Blutarmut). Bei Bedarf kann auch durch eine Blutanalyse eine beginnende Piroplasmose ausgeschlossen werden

- Wie wirksam ist die Schutzimpfung?

Es gibt keine Schutzimpfung, die bei allen Individuen wirkt. Manchmal kann der Körper aus sehr unterschiedlichen Gründen (Alter, Gesundheitszustand, zwischenzeitliche Infektionskrankheiten, physiologischer Zustand, Erbgut, gewisse Behandlungen, wiederkehrende Piroplasmosen usw.) nicht in ausreichender Konzentration Antikörper bilden.

Es gibt hier zwar keine wirkliche Gegenanzeige, die Impfung solcher Hunde gegen Piroplasmose ist jedoch nicht ratsam.

- Ab welchem Zeitpunkt nach der Schutzimpfung kann man den Hund als gegen die Krankheit geschützt betrachten?

Bei Erstimpfungen, die in zwei Injektionen verabreicht werden, wird der Impfschutz erst in den auf die zweite Injektion folgenden Tagen wirksam. Zwischen den beiden Injektionen bleibt das Tier voll infektionsgefährdet und muss daher während dieser Zeit besonders genau beobachtet werden.

- Ab welchem Alter kann geimpft werden?

Welpen unter 3 Monaten kön-nen aufgrund ihrer mangelnden immunologischen Reife gegen Piroplasmose noch nicht geimpft werden. Diese Reife ist erst ab dem 5. Monat erreicht.

- Wie wird die Schutzimpfung durchgeführt?

Für die Erstimpfung sind zwei subkutane Injektionen mit einem zeitlichen Zwischenraum von 3 bis 4 Wochen nötig.

Die Zeitspanne zwischen den Schutzimpfungen darf nicht unter 2 Wochen liegen, aber auch nicht mehr als 6 Wochen betragen. Die Auffrischungsimpfungen erfolgen jährlich.

- Gibt es eine besonders günstige Jahreszeit für die Schutzimpfung?

Die Piroplasmose bei Hunden ist von der Biologie des übertragenden Gliederfüßlers, der Zecke, abhängig. Normalerweise sind Zecken während kalter und trockener Winter und während des Sommers weniger aktiv. Man kann jedoch in manchen Gegenden und je nach den lokalen klimatischen Bedingungen das Auftreten der Piroplasmose bei Hunden das ganze Jahr hindurch beobachten. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt kennen sicherlich die lokale Epidemiologie und werden Sie diesbezüglich gut beraten können.

- Können bei dieser Schutzimpfung Nebenwirkungen auftreten?

In seltenen Fällen kann man eine vorübergehende Müdigkeit (während 24 Stunden) und eventuell das Auftreten einer geringfügigen Schwellung am Injektionseinstich beobachten, welche nach einigen Tagen verschwindet. In der großen Mehrzahl der Fälle wird die Impfinjektion vom Tier sehr gut vertragen.

Es wird jedoch empfohlen, den Hund 24 Stunden nach der Schutzimpfung ruhen zu lassen und große Anstrengungen zu vermeiden (keine Jagd, keine langen Spaziergänge, Dressuren etc.).

- Kann die Schutzimpfung gegen Piroplasmose bei meinem Hund die Krankheit auslösen?

Das ist vollkommen unmöglich, da der Impfstoff aus Proteinen der Membran von abgetöteten Erregern hergestellt wird. Es kann jedoch vorkommen, dass sich der Hund zum Zeitpunkt der Schutzimpfung schon mit Erregern der Piroplasmose infiziert hat und die Krankheit in den darauf folgenden Tagen ausbricht. Deshalb wird vor der Schutzimpfung eine genaue klinische Untersuchung durchgeführt, um einen derartigen Fall zu vermeiden.

- Kann ich meinen Hund am gleichen Tag gleichzeitig gegen Piroplasmose und gegen andere Krankheiten impfen lassen?

Es ist derzeit möglich, gleichzeitig mit der Schutzimpfung gegen Tollwut und Leptospirose auch gegen Piroplasmose zu impfen.

- Mein Hund hatte schon mehrmals Piroplasmose – kann ich ihn impfen lassen?

Es gibt hier zwar keine wirkliche Gegenanzeige, in diesem Fall ist jedoch von einer Schutzimpfung abzuraten. Diese Tiere können sich offensichtlich nicht entsprechend gegen diese Krankheit schützen.

- Mein Hund hatte eben Piroplasmose, wann kann ich ihn impfen lassen?

Man muss nach der Behandlung acht Wochen abwarten, um eine Erstimpfung durchführen zu können.

(Naturwissenschaftliche Direktion, Laboratoires Merial)


Die Schutzimpfung gegen Tollwut
Die Erstimpfung muss entweder in zwei Injektionen im Abstand von mindestens 14 und maximal 30 Tagen erfolgen (Impf-stoffe, welche die Valenz Rabiffa enthalten, z.B. Leptorab, Pentadog, Rabiffa), oder in Form einer einzigen Injektion mit Rabisin, Hexadog oder Leptorabisin ab einem Alter von 3 Monaten.

Um wirksam zu sein, muss die Auffrischungsimpfung (Rabiffa oder Rabisin) in weniger als einem Jahr nach der letzten Injektion der Erstimpfung bzw. der letzten Auffrischungsimpfung vorgenommen werden.

Nach Ablauf dieser Frist muss die Schutzimpfung als neuerliche Erstimpfung betrachtet werden (der Impfpass ist nur mit Unterschrift des behandelnden Tierarztes gültig).


Erstimpfung
Gegen hundestaupe, ansteckende hepatitis (adenovirus typ 2) und parvovirose

1. Schutzimpfung: im Alter von 7 bis 9 Wochen.

2. Schutzimpfung: im Alter von 11 bis 13 Wochen.


Erstimpfung gegen Leptospirose
Zwei Injektionen werden im Abstand von einem Monat vorgenommen, wobei in verseuchten Gebieten die erste im Alter von etwa 7 Wochen und ansonsten im Alter von 10 - 12 Wochen erfolgt.


Auffrischungsimpfungen
Die erste Auffrischungsimpfung gegen Hundestaupe, Hepatitis und Parvovirose muss ein Jahr nach der Erstimpfung erfolgen.

Dann wird der Impfschutz alle zwei Jahre erneuert.

Für die Tollwut schreibt die derzeit geltende gesetzliche Regelung eine jährliche Auffrischungsimpfung vor. Auch für den Schutz gegen Leptospirose ist eine jährliche, in besonders betroffenen Gebieten sogar eine halbjährliche Auffrischungsimpfung nötig.

Die kombinierten Impfstoffe erleichtern die Praxis der Auffrischungen bedeutend.


Wichtige Empfehlungen
1. Hunde, deren Allgemeinzustand als schlecht zu bezeichnen ist, und insbesondere diejenigen, die unter starkem Ekto- oder Endoparasitenbefall leiden, sollten nicht geimpft werden. Diese Hunde sollten aber gegen die Parasiten behandelt werden.

2. Konnte der Impfplan ab dem Alter von der 7. bis 9. Woche nicht eingehalten werden, so sollte dieser nochmals ungeachtet des Alters des Hundes so rasch wie möglich mit den gleichen zeitlichen Zwischenräumen zwischen den Schutzimpfungen wieder begonnen werden.
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