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Körperliche Entwicklung des Welpen

Körperliche Entwicklung des Welpen

Beitragvon Shiva » Mo 14. Jul 2008, 22:14

Das Wachstum der Welpen wird durch die Bildung und Reifung verschiedener Gewebearten ermöglicht.

Diese verschiedenen Gewebearten bilden sich nicht alle gleichzeitig und auch nicht alle gleich schnell aus, was die unterschiedlichen Futterbedürfnisse der Welpen zu verschiedenen Zeitpunkten in qualitativer wie auch in quantitativer Hinsicht erklärt.

Die körperliche Entwicklung lässt sich mit einer Baustelle vergleichen: Begonnen wird mit einem Bauplan (dem Nervensystem), anschließend werden die Maschinen (das Skelett) aufgestellt.

Damit diese Werkzeuge funktionieren, werden Arbeiter benötigt (die Muskeln), die in der Folge eine soziale Absicherung fordern (das Fett).

Dieses Bild ist ein wenig zu vereinfachend, da die einzelnen Etappen natürlich progressiv und simultan durchlaufen werden, macht jedoch die Risiken sehr deutlich, die mit jedem Reifestadium des Welpen verbunden sind.


Es liefert vor allem die Erklärung für

- die ungenügenden Energiereserven beim neugeborenen Welpen, da sich das Fett erst später ablagert und die wichtigste Form der Energiespeicherung darstellt. Der Welpe kann nur auf seine geringen Glykogenreserven (in Leber und Muskeln) zurückgreifen, die seine Bedürfnisse bis zu etwa zwölf Stunden nach der Geburt decken können, und bleibt daher bis zum Einsetzen der Fähigkeit, das Fell aufzustellen (nach dem 6. Tag), der Bildung von Fettgewebe (Ende der dritten Woche) und der Reifung von Mechanismen zur Temperaturregulierung abhängig von den äußeren Temperaturbedingungen.

- die Unterschiede bei den Futterbedürfnissen zwischen zwei Rassen und bei einem Individuum in den verschiedenen Entwicklungsphasen. Im Laufe des Wachstums ändert sich nämlich die Zusammensetzung des Körpers dahin gehend, dass der Gehalt an Wasser und Proteinen abnimmt und stattdessen mehr Fett und Mineralstoffe eingelagert werden.

- die Tatsache, dass Fettleibigkeit bei kleineren Rassen deutlich früher auftritt als bei großen

Viele Zuchtvereine stellen Kurven für das durchschnittliche Wachstum von Rüden und Hündinnen zur Verfügung, anhand derer sich die Gewichtszunahme eines Welpen von der Geburt bis zum Erwachsenenalter überwachen lässt. Je nach Rasse und Geschlecht kann das Geburtsgewicht eines Welpen zwischen 70 und 700 Gramm betragen. Nach einem physiologisch bedingten Gewichtsverlust, der am ersten Tag nicht mehr als 10% betragen darf, steigt das Gewicht der Welpen in den ersten Wochen normalerweise sehr rasch um 5 bis 10% pro Tag an. Durch das tägliche Wiegen der Welpen zu einer festgelegten Zeit lässt sich ihr Wachstum gut verfolgen. Bei Welpen großer Rassen, die bis zum Erwachsenenalter das Hundertfache ihres Geburtsgewichtes zunehmen, muss die Gewichtszunahme besonders sorgfältig beobachtet und überwacht werden.

Allgemein lässt sich sagen, dass ein Welpe, der an zwei aufeinander folgenden Tagen nicht zunimmt, besonders genau beobachtet werden muss. Für jede Wachstumsverzögerung sollte schnellstmöglich die Ursache gefunden werden. Wachstumsrückstände können auf die Mutter zurückgehen, falls der gesamte Wurf davon betroffen ist (ungenügende oder giftige Milch), oder auf individuelle Faktoren, wenn sie nur bei einigen Welpen auftreten (Gaumenspalte, Futterkonkurrenz usw.). Auch das Winseln, der Ablauf des Säugevorgangs und das mütterliche Verhalten, die Vitalität, die rektal gemessene Körpertemperatur und der Hydratationszustand der Welpen sind nützliche Parameter bei der regelmäßigen Kontrolle in dieser Phase, in der Krankheit und Tod sehr plötzlich auftreten können.

Entwicklung der Mindestkörpertemperatur des Welpen
Geburt: 35,5 +/- 0,5 °C
erste Woche : 37 °C
dritte Woche : 36 bis 38 °C
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