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Folgen des Alterungsprozesses für den Organismus

Folgen des Alterungsprozesses für den Organismus

Beitragvon Shiva » Mo 14. Jul 2008, 21:45

Zwar ist man sich einig, dass sich der Alterungsprozess nicht umkehren lässt, und es gibt zahlreiche Theorien über das Altern, jedoch hat man inzwischen ein genaueres Verständnis von den Auswirkungen des Alterns auf die Zellen, die Organe, das Verhalten und die Sinne. Das Wissen um diese Auswirkungen ermöglicht es dem Besitzer, die allgemeinen Lebensverhältnisse zur Gesunderhaltung seines Hundes auf dessen Alter abzustimmen; dazu gehört vor allem eine angepasste Ernährung, die die Auswirkungen der Faktoren mildern kann, die den normalen Alterungsprozess verstärken. Die Altersphase eines Hundes beginnt dabei je nach Größe zu unterschiedlichen Zeitpunkten: mit 8 Jahren bei kleinen Rassen, mit 7 Jahren bei mittelgroßen Rassen und mit 6 Jahren bei großen Rassen. Die ab diesem Zeitpunkt auftretenden Veränderungen erhöhen nach und nach die Anfälligkeit des Hundes für Krankheiten und die Empfindlichkeit für Stress. So rechnet man von diesem Alter an mit einer jährlichen oder zweijährlichen Verdopplung des Sterblichkeitsrisikos. Mit dem Alter nimmt das physiologische Potenzial des Tieres ab und macht ihn empfänglicher für alle Arten von Stress, während gleichzeitig sein Immunschutz gegen Infektionskrankheiten abnimmt.


Im Bezug auf die allgemeine Zusammensetzung des Organismus lässt sich beim Hund Folgendes feststellen:

- vermehrte Speicherung von Fett; das Tier wird dicker und baut Fettpolster langsamer ab;

- geringerer Wassergehalt das Körpers, eine Art chronischer Dehydrierung, die der Funktionstüchtigkeit des Körpers schadet.


Bestimmte Funktionen außerhalb der Verdauung verändern sich:

- Abnahme des Immunschutzes;

- größere Kälteempfindlichkeit, verringerte Fähigkeit zum Temperaturausgleich bei Hitze;

- zunehmende Verschlechterung der Nierenfunktion;

- langsame Entmineralisierung des Skeletts;

- Zerstörung der Zellmembranen unter dem Einfluss des so genannten „oxidativen Stresses der Membranen";

- Erhöhung des Risikos für Leber- oder Herzversagen;

- deutlicher Anstieg der Tumorhäufigkeit, bösartig oder nicht;

- das Fell ergraut, die Haut wird weicher.


Auch die Verdauungsfunktionen sind betroffen:

- Vom oben angeführten Alter an kann vor allem das Gebiss dem Tier Probleme bereiten; es entsteht Zahnstein, der bekämpft werden muss, da er häufig Entzündungen und Zahnfleischinfektionen verursacht, was wiederum die Lockerung der Zähne nach sich zieht;

- Speichel wird in geringerer Menge produziert, wenn der Hund an Gewicht zunimmt und Fettgewebe in die Speicheldrüsen eindringt;

- die Verdauungspassage (Wanderung der Nahrung im Verdauungskanal) dauert wegen eines geringeren Tonus der Eingeweidemuskeln länger, was zu Verstopfungen führt, auf die häufig Durchfallphasen folgen;

- der Darm kann immer schlechter auf Futterumstellungen reagieren (das Futter muss also unbedingt unverändert bleiben), während die Effektivität bestimmter Absorptionsmechanismen nachlässt, was den Rückgriff auf eine besonders gut verdauliche Nahrung erforderlich macht.


Schließlich ändern sich auch Sinne und Verhalten des Hundes:

- Nachlassen der Sehkraft und Erblinden sind häufiger;

- der Geruchssinn kann nachlassen;

- das Tier wird aufgrund seiner Schwäche und der fehlenden Widerstandskraft apathischer und braucht daher ein Futter mit geringerem Energiegehalt.

Ein alter Hund braucht mehr täglichen Umgang mit Menschen und sucht die Nähe seines Herrchens oder Frauchens; die Fütterungszeiten werden nun umso wichtiger für ihn.

All diesen Tatsachen zum Trotz und damit er so lange wie möglich gesund bleibt und seine volle Lebenserwartung ausschöpfen kann, muss die Ernährung des Hundes die stärkere Empfindlichkeit im Alter ausgleichen können. Es ist erwiesen, dass jeder Ernährungsfehler unabhängig vom Alter den Alterungsprozess beim Hund beschleunigen kann. Daher müssen beim Futter für einen älteren Hund folgende Regeln eingehalten werden:

- Verringerung der Menge um 10 bis 20% als Ausgleich für die nachlassende körperliche Aktivität und zur Vermeidung von Fettleibigkeit;

- leichte Erhöhung oder zumindest Beibehaltung des Proteingehalts im Futter (mindestens 25%), um ein optimales Gleichgewicht zu erhalten und seine Widerstandskraft gegen Stress sowie seinen Immunschutz zu verbessern (manche Autoren empfehlen eine Reduzierung der Proteinzufuhr bei älteren Hunden; das ist jedoch schädlich und eignet sich keinesfalls als vorbeugende Maßnahme gegen chronische Niereninsuffizienz);

- Erhöhung des Gehalts an Nahrungsfasern, die jetzt unverzichtbar für eine gesunde Verdauung und zur Vorbeugung gegen Verstopfung sind und eine Senkung des Energiegehalts im Futter bei gleich bleibender Menge ermöglichen;

- Erhöhung der Zufuhr von Vitaminen und Spurenelementen, vor allem an Antioxidantien (Vitamin E und in diesem Fall Vitamin C), um den oxidativen Stress für die Zellmembranen zu mindern, einem im Alter auftretenden Prozess, der die schützenden Zellmembranen zerstört.

Aus all diesen Gründen sollte man sich bei älteren Hunden für ein Alleintrockenfutter entscheiden, das speziell diesen Bedürfnissen angepasst ist. Es ist jedoch natürlich ebenso möglich, das Futter selbst anzugleichen. So sollte ein ausgewogenes, selbst zubereitetes Futter aus den folgenden Zutaten bestehen (pro Kilogramm Futter):


- mageres Rindfleisch : 270 Gramm
- Leber : 80 Gramm
- gekochter Reis : 400 Gramm
- Weizenkleie 160 Gramm
- hart gekochtes Ei (mit Schale) : 80 Gramm
- 1 Teelöffel Sonnenblumenöl
- 1 Teelöffel Kokosfett
- 2 Kapseln Fischöl
- Mineralstoff- und Vitaminzusatz


Auch in dieser Lebensphase ist eine Unterteilung in verschiedene Größen, wie sie bei einigen Alleintrockenfuttern vorgenommen wird, zu empfehlen: Verschieden große Kroketten je nach Größe des Hundes erleichtern ihm beispielsweise das Fressen in einem Alter, in dem seine Zähne immer empfindlicher werden, während eine besonders gute Verdaulichkeit der Rohstoffe Durchfälle verhindert und ein geringer Phosphorgehalt eine Schwächung der Nieren verhindert.

Zu der Tatsache, dass kleine, mittlere und große Rassen und Riesenrassen nicht auf dieselbe Weise altern, gesellt sich also noch die Notwendigkeit, die Ernährung auf verschiedene „Altersgruppen" abzustimmen. Das hat zur Entwicklung speziell abgestimmter Futtersorten geführt, die man mit „Adult 1" (Hund ist im Vollbesitz seiner Kräfte), „Adult 2" oder „mature"(reifer Hund) und „Senior" (Hund altert, die Körperfunktionen lassen immer mehr nach) bezeichnen kann.
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