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Rasselisten in Deutschland

Rasselisten in Deutschland

Beitragvon Shiva » Fr 6. Jun 2008, 12:31

Die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben keine Rasselisten. Die anderen Bundesländer definieren in ihren Hundegesetzen oder Hundeverordnungen verschiedene Hunderassen und deren Mischlinge als "gefährlich". Im Bundesland Bayern wird der Begriff Kampfhund verwendet; dieser Begriff ist hier juristisch definiert und weicht von der kynologischen Bezeichnung Kampfhund ab.

Alano: Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen

American Bulldog: Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen

American Pitbull Terrier: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schlesweg-Holstein

American Staffordshire Terrier: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schlesweg-Holstein

Bandog: Bayern

Bullmastiff: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen

Bullterrier: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schlesweg-Holstein

Cane Corso: Bayern, Brandenburg

Dobermann: Brandenburg

Dogo Argentino: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen

Dogue de Bordeaux: Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg

Fila Brasileiro: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen

Kangal: Hamburg, Hessen

Kaukasischer Owtscharka: Hamburg, Hessen

Mastiff: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen

Mastin Espanol: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen

Mastino Napoletano: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen

Perro de Presa Canario: Bayern, Brandenburg

Perro de Presa Mallorquin: Bayern, Brandenburg

Rottweiler: Bayern, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen

Staffordshire Bullterrier: Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schlesweg-Holstein

Tosa Inu: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen



Unterschiede zwischen den Listen

In Sachsen gibt es laut Gesetz nur drei gefährliche Hunderassen, ebenso in Rheinland-Pfalz; allerdings sind diese nicht identisch. In Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind es schon vier Rassen, die dort gefährlich sind, in Berlin zehn, in Hessen 11, in Baden-Württemberg 12 Rassen, in Nordrhein-Westfalen werden 14 Hunderassen als gefährlich bezeichnet, in Hamburg 15 und in Brandenburg sind es 18. Einzig der American Staffordshire Terrier und der Pitbull gelten in allen Ländern, die eine Rasseliste haben, als gefährlich.

Bayern ist das Land mit der umfangreichsten Liste, diese führt 19 Namen auf, wobei es sich bei 18 der aufgeführten Namen um Hunderassen oder um einen Hundetypus handelt. Der neunzehnte Eintrag "Bandog" wird in der Liste fälschlicherweise als Rassename geführt, ist aber in etwa das, was im deutschen mit "Kettenhund" bezeichnet werden könnte. Bayern beschreibt den Bandog folgendermaßen:
Als Bandog (Kettenhund) werden im allgemeinen Kreuzungen großrahmiger Hunde (Schulterhöhe über 45 cm, Gewicht über 30 kg) mit hoher Aggressivität bezeichnet. Es besteht kein einheitliches äußeres Erscheinungsbild, die Farbschläge variieren.
Kritiker sehen hier das Bestimmtheitsgebot verletzt und argumentieren, die Rasse bzw. der Typus "Bandog", sei kynologisch, genetisch, veterinärmedizinisch und zoologisch unbekannt und undefinierbar.


Praktische Folgen

Bei einer Reise durch Deutschland muss beispielsweise ein Hund der Rasse American Bulldog in Nordrhein-Westfalen einen Wesenstest haben, um ohne Maulkorb, aber angeleint laufen zu dürfen. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern darf er als normaler Hund frei laufen, bei Weiterfahrt nach Hessen besteht Maulkorb- und Leinpflicht, in Bayern darf der Maulkorb dann wieder abgenommen werden (bei bestandenem Test).

Besitzer einer Bordeauxdogge (Dogue des Bordeaux) fahren lieber einen Umweg an den Ländern Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Brandenburg vorbei, dafür darf ihr Hund aber in den sonstigen Bundesländern - vorbehaltlich regionaler Gemeinderegelungen - frei laufen.
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