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Ausländische Regelungen

Ausländische Regelungen

Beitragvon Shiva » Fr 6. Jun 2008, 11:35

Weltweit existieren verschiedenste Rasselisten, in Tennessee wird beispielsweise der Deutsche Schäferhund gelistet. Rasselisten bestehen u.a. auch in Großbritannien und Dänemark.

Frankreich
Frankreich ist für rigorose Maßnahmen gegen Hunde bestimmter Rassen bekannt. Hunden der Kategorie 1 (sogen. Kampfhunde), Hunde vom Typ Staffordshire Terrier, American Staffordshire Terrier (diese beiden Hundearten können allgemein „Pit-bulls“ genannt werden), Mastiff („Boer-bulls“) oder Tosa und in keinem vom [[Internationalen Hundeverband zugelassenen Stammbuch eingetragen sind, ist die Einreise nach Frankreich verboten. Die Polizei darf einen herrenlosen Hund oder einen Hund, der eine Gefahr darstellen könnte, einfangen. Der Hund wird in ein Tierheim gebracht. Die Polizei unterrichtet die zuständige Behörde (Bürgermeister oder in Paris der Polizeipräfekt). Der Bürgermeister, der die Entscheidung trifft, den Hund in einem Tierheim unterzubringen, ist der Ansprechpartner für den Besitzer des Hundes. Der Besitzer kann innerhalb von 8 Tagen den Beweis bringen, dass er in der Lage ist, die Gefahr, die sein Hund darstellt, aufzuheben. Ist dies nicht gewährt, berechtigt der Bürgermeister das Tierheim, das Tier nach Konsultation eines Amttierarztes entweder einzuschläfern, zu behalten oder einem Tierschutzverein zu übergeben. Hunde der 2. Kategorie (Hunde der Kategorie 1. mit Stammbuch + Rottweiler und Hunde, die ihren morphologischen Merkmalen nach dem Rassenhund Rottweiler vergleichbar sind) dürfen einreisen. Diese Hunde dürfen nur von einem Volljährigen mit Maulkorb und an der Leine geführt werden.

Italien
In Italien besteht eine Liste von inzwischen 135 als gefährlich eingestufte Rassen, darin sind u. a. der Deutsche Schäferhund ("Pastore tedesco") sowie alle in Deutschland und der Schweiz als potentiell gefährlich eingestuften Rassen aufgelistet.

Niederlande
Seit 1993 ist die Einfuhr von Hunden des Typs Pitbull-Terrier verboten. Hunde, die den Pitbullartigen gleichen, wie zum Beispiel der American Staffordshire-Terrier oder der Bullterrier, dürfen nur dann eingeführt werden, wenn sie einen durch die Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannten Stammbaum haben und die Rassepapiere mitgeführt werden. Das Einfuhrverbot gilt ausnahmslos, also auch für Hunde, deren Haltung in anderen Ländern erlaubt ist.

Grundlage ist die Regeling aggressieve dieren (RAD, Regelung über aggressive Tiere) von 1993. Es gibt Bestrebungen, die Verordnung zu überarbeiten und deutlich zu mildern. Zu diesem Zweck hat die Regierung Mitte 2007 eine Untersuchungskommission eingesetzt. Nach dieser Verordnung kann ein Hund ohne FCI-Rassepapiere nach einer Checkliste klassifiziert werden. Treffen mehr als 18 von 33 dort aufgeführten optischen Merkmalen zu, gilt das Tier als pitbullähnlich und die Behörden haben das Recht, es einzuziehen und einzuschläfern, was seit 2000 in zunehmendem Maße praktiziert wird.

Checkliste:

* Allgemeine Beschreibung

Muskulöser, glatthaariger Hund
Strahlt Kraft aus athletisch, nicht sehr schlank
Von der Seite gesehen macht der Hund einen viereckigen Eindruck
Widerristhöhe (Schulterhöhe) 35 – 50 cm

* Kopf

Blockförmig, dosenförmig, schwer im Verhältnis zum Körper
Breiter Kiefer
Breiter Schädel
Stark entwickelter Stop
Das Gebiet unter den Augen ist auffällig breit
Stark entwickelte Kaumuskeln

* Schnauze

Stumpfe, keine spitze Schnauze

* Ohren

hoch am Kopf angesetzt
Knickohren oder kupiert
Keine Falten

* Hals

Muskulös bis an den Schädel

* Brust

Tief
Weit gebogene Rippen, nach unten "zapfenartig" zulaufend
Breit

* Rücken

Muskulös
Kurz

* Beine

Die Vorderbeine sind gerade und machen einen schweren soliden Eindruck
Die Hüften sind breit und lang und die Hinterbeine ziemlich lang

* Fell

Kurzhaarig

* Schwanz

Niedrig angesetzt
Dünn
Ziemlich kurz im Verhältnis zum Körper
"Zapfenartig" zulaufend zu einem dünnen Punkt
oder kupiert

Da lediglich das Erscheinungsbild beurteilt wird, fallen auch Mischlinge darunter, die Kampfhunden nur äußerlich ähneln, wie zum Beispiel Boxer/ Labradormischlinge, die aber nicht entfernt zu den in Deutschland gelisteten „gefährlichen“ Rassen gehören. Ein Vorabcheck vor der Einreise ist nicht möglich. Selbst bei Bestehen der Überprüfung ist keine Rechtssicherheit vor einer erneuten Beschlagnahme gegeben.

Ob ein Hund nach dieser Liste als gefährlich anzusehen ist, wird von einem Sachverständigen entschieden, der vom Niederländischen Landwirtschaftsministerium LNV ernannt wurde und der dortigen Abteilung LASER angehört. Derzeit gibt es drei Sachverständige für das ganze Land; mehr Personen sind wegen der geringen Anzahl von Untersuchungsfällen (2007: unter 60 in Auftrag gegebene Gutachten) nicht erforderlich. Die von den Sachverständigen erstellten Gutachten können vom Hundebesitzer durch ein Gegengutachten, beispielsweise von der Stiftung Animal Research Foundation Europe (ARFE) angefochten werden.

Die Fälle von Beschlagnahmung verdächtiger Tiere sind nach Angaben des niederländischen Tierschutzverbandes in den letzten Jahren stark angestiegen: Waren es bis 2002 noch maximal 50 Tiere jährlich, stieg die Zahl 2003 auf 191, 2004 auf 315 und 2005 allein bis Mai auf 127. Insgesamt wurden bis 2007 etwa 800 Tiere beschlagnahmt wovon ca 700 Tiere getötet wurden.

Portugal
Aufgrund der geografischen Lage ist Portugal für Hundehalter mit einem Hund, der in Frankreich Listenhund ist, nicht auf dem Landweg erreichbar.

Schweiz
Als Ergebnis einer 1995 durchgeführten und 1998 publizierten Studie werden in der Schweiz jährlich 190 Hundebiss- und -kratzverletzungen je 100.000 Einwohner durch Hausärzte versorgt. Personen unter 20 Jahren sind überdurchschnittlich vertreten. Gemäß der Studie werden am häufigsten die Beine (35.4%), gefolgt von den Händen (30.02%), den Armen (19.3%), Gesicht, Kopf und Nacken (9.0%) und Rumpf (6.1%) verletzt. Bei Kindern unter 5 Jahren sind die Verletzungen in 40% der Fälle am Kopf und/oder Nacken, bei Kindern unter 15 Jahren in 25% der Fälle.

Im Schweizer Kanton Zürich kam es Anfang Dezember 2005 zu einen Beißangriff mit tödlichem Ausgang. Die verursachenden Hunde (Pitbull-Typus) waren dem Amt bereits als auffällig bekannt und wurden aus unkontrollierter Vermehrung im Ausland in die Schweiz eingeführt. Sie waren extrem schlecht sozialisiert und wurden nicht art- und tierschutzgerecht gehalten.

Als Reaktion auf diesen Vorfall ist die Haltung neuer Hunde dieser Rasse im Kanton Wallis seit 1. Januar 2006 verboten. Dieses Verbot betrifft Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier, Dobermann, argentinische Dogge, Fila Brasileiro, Rottweiler, Mastiff, spanischer Mastiff, Neapolitan Mastiff, Tosa sowie Kreuzungen aus diesen Rassen.

Für Hunde dieser Rassen, die vor dem 1. Januar 2006 im Wallis gehalten wurden oder bis Ende Februar geboren werden, sieht der Staatsrat Übergangslösungen vor. Sofern das durch den betreffenden Hund bestehende Unfallrisiko als gering eingestuft wird, kann auf das Verbot des Hundes verzichtet werden. Des Weiteren sieht diese Verordnung einen zwingenden Chipnachweis vor.

Am 23. März 2006 gab die Kantonstierärztin Regula Vogel bekannt, dass der seit Dezember bestehende Leinen- und Maulkorbzwang gelockert werden wird. Zur Bewilligung dieser Befreiungen muss ein Halter einen «korrekten Leumund» des Tieres vorweisen können und belegen, dass es in der Vergangenheit zu keinen Vorfällen gekommen ist. Zur Begründung wurde ausgeführt, auch bei den so genannten Kampfhunden gebe es gut sozialisierte Tiere und verantwortungsvolle Halter und ein Maulkorb widerspräche tiergerechter Haltung. Der Sicherheitsdirektor Ruedi Jeker bezifferte für den Kanton Zürich 300 bis 600 Hunde, die der Rasseliste entsprechen, bei insgesamt 50.000 bis 60.000 Hunden; im Kanton wären somit rund 1% der Hunde betroffen. Geprüft werden soll die Einführung von Bewilligungen für die Zucht und Haltung von Hunden und ein Fähigkeitsausweis für Hundehalter. Ab 1. Januar 2007 wird die Kontrollmarke durch einen Mikrochip ersetzt werden.

Keine gesamtschweizerische Lösung

Aufgrund des obengenannten Vorfalls, hatte das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement veranlasst, das Bundesamt für Veterinärwesen anzuweisen, Vorschriften für gesetzliche Bestimmungen über Maßnahmen gegen aggressive Hunde vorzubereiten. Es wurde auch eine Petition an den Bundesrat übergeben, lanciert von der Schweizer Boulevardzeitung Blick, in der gefordert wurde, „Das Züchten und das Halten von Pitbulls und sämtlichen Kreuzungen mit dieser Rasse sind in der Schweiz ab sofort zu verbieten. Untersagt werden soll auch Einfuhr und Handel mit diesen Tieren.“. Diese wurde von 175.000 Schweizer Bürgern (rund 2 % der Bevölkerung) unterzeichnet.

Im Entwurf bzw. den Erläuterungen dazu vom 12. Januar 2006 zur Neufassung des Schweizer Tierschutzgesetzes waren im neuen Artikel 31b folgende Verbote vorgesehen:

1 Das Züchten, Halten, Verwenden, Abgeben, Weitergeben, das Verbringen von
Hunden in das schweizerische Staatsgebiet sowie der Handel mit Hunden der folgenden
Gruppen ist verboten:
a. Hunde des Typs Pitbull;
b. Hunde aus der Kreuzung mit Hunden des Typs Pitbull;
c. Hunde aus der Kreuzung mit Hunden der Rassen nach Anhang 5.
Dieser Anhang listet zu den im Wallis genannten Rassen zusätzlich
noch den Cane Corso Italiano auf.

Informationen dazu findet man auf der Website des Schweizer Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET)

Die vorgeschlagenen Änderungen wurden nicht beschlossen, es gibt keine staatsweiten Vorschriften.

Die Verhaltensmedizinerin (Expertin für Hundeverhalten), Dr.med.vet. Colette Pillonel, verließ die Arbeitsgruppe des Bundes als Protest gegen die geplante Einführung einer Rasseliste. Sie begründete ihren Schritt damit, sie könne Regelungen für bestimmte Rassen nicht unterstützen. Maßnahmen gegen einzelne Rassen seien nicht effizient, sagte die ehemalige Mitarbeiterin des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET). Sie erzeugten ein falsches Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung, die Bedrohung durch Hunde sei aber durch alle Rassen gegeben. An anderer Stelle führte sie aber aus: ..das ist ein Problem, denn jeder Hund repräsentiert eine Gefahr, sei er ein so genannter Kampfhund oder ein Familienhund.

In der Untersuchung der veterinär-medizinische Fakultät Bern von 2002 wurden als häufigste Beißer in der Schweiz diese sieben Rassen festgestellt: "Deutscher Schäfer, Belgischer Schäfer, Schweizer Sennenhunderassen, Dackel, Cocker Spaniel, Rottweiler und Collie". Diese Statistik nennt Listenhunde wie Pitbull und Bullterrier überhaupt nicht.

Eine Untersuchung des Wirtschaftdepartement des schweizerischen Kantons Neuenburg zu den Einzelheiten der 120 Beißvorfälle im Jahre 2002 ergab: "Nur 15% der Bisse können so genannt gefährlichen Hunden zugeschrieben werden, als da sind Pitbull, Amstaff, Rottweiler, etc.. So sind diese Kategorie zwar im politischen Visier, sowohl im Ausland als auch in verschiedenen Schweizer Kantonen, aber dadurch werden die Beißaktionen im Allgemeinen nicht signifikant reduziert. Im Jahre 2002 waren mehr als 20% der Fälle Angriffe von Berner Sennenhunden und Appenzeller Sennenhunden, 11% wurden verursacht durch deutsche oder belgische Schäferhunde und 9% von Rassen, die allgemein als 'freundlich' betrachtet werden, also Labradors und Golden Retrievers. Wichtige Risikofaktoren sind schlechte Aufzucht- und Haltungsbedingungen der Hunde "

Spanien
Aufgrund der geografischen Lage ist Spanien für Hundehalter mit einem Hund, der in Frankreich Listenhund ist, nicht auf dem Landweg erreichbar.
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