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Die Laktation bei der Hündin

Die Laktation bei der Hündin

Beitragvon Shiva » Mo 14. Jul 2008, 21:37

Eine Hündin, die sich in ihrer Mutterrolle nicht wohlfühlt, die mit dem Wurflager nicht zufrieden ist oder aber bei einem Kaiserschnitt narkotisiert wurde, zeigt klassischerweise ein verspätetes Einschiessen der Milch.

Die Behandlung dieses Zustandes kann über die Veränderung der Umgebungsbedingungen, durch pflanzliche oder homöopathische Mittel oder auch durch die Verabreichung bestimmter Medikamente gegen Übelkeit erfolgen, die über das zentrale Nervensystem stimulierend auf die Ausschüttung von Prolaktin wirken.

Nach dem Austreiben der ersten Welpen wird die Milchsekretion automatisch durch einen neuro-hormonalen Mechanismus aufrechterhalten; dabei regt das Saugen oder eine Massage des Gesäuges die Sekretion eines anderen Hormons (Oxytozin) an, das wiederum die Milch in die Milchgänge treibt. Dieser Mechanismus wirkt in der Natur proportional zur Anzahl der gesäugten Welpen; auf diese Weise kann die Milchproduktion an den Appetit der Welpen angepasst werden, die so in gewisser Weise über den Gesundheitszustand der Mutter bestimmen.


Milchproduktion
Die erste Milch, Kolostrum genannt, wird von der Mutter in den ersten zwei Tagen nach der Geburt abgesondert. Das Kolostrum ähnelt weder im Aussehen noch in der Zusammensetzung der späteren Milch: Es ist gelblich und durchscheinend, sodass es leicht mit Eiter verwechselt werden kann.

Das Kolostrum ist viel eiweißreicher als die Milch: Außer seinem ausgezeichneten Nährwert stimuliert es auch die erste Darmentleerung der Welpen und versorgt sie mit 95% der nötigen Antikörper zum Schutz gegen Infektionen. Die Mutter überträgt auf diese Weise für fünf bis sieben Wochen passiv ihr „Immungedächtnis" auf ihre Welpen, bis diese selbst in der Lage sind, sich aktiv gegen Krankheitserreger zu wehren. Die Welpen können dieses „mütterliche Schutzschild" nur bis zu 48 Stunden nach der Geburt aufnehmen. Danach werden die Antikörper vor ihrer Absorption im Magen zerstört und verlieren ihre Wirkung. Diese Welpen sind dann nur noch durch die Antikörper geschützt, die während der Tragzeit die Plazentaschranke passiert haben (nicht mehr als 5%).

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Das Kolostrum wird nach einigen Tagen durch die Milch ersetzt, deren Zusammensetzung von der Größe der Rasse (große Rassen haben proteinreichere Milch), der individuellen genetischen Veranlagung und der jeweiligen Zitze (die hinteren Zitzen sind produktiver) abhängt.

Die Laktationsphase dauert im Durchschnitt sechs Wochen, mit einer Produktionsspitze um die dritte Woche.

In den folgenden Wochen veranlasst der Rückgang der Milchproduktion die Mutter, Nahrung wieder hervorzuwürgen und so das Säugen der Welpen zu ergänzen. Die Welpen beginnen sich spontan für die mütterlichen Mahlzeiten zu interessieren. Dieser Zeitraum ist der Beginn einer fortschreitenden Entwöhnung, die um die sechste Woche mit einem Übergang zum Aufbaufutter für Welpen endet.

Die Menge der von einer Hündin produzierten Milch kann durch regelmäßiges Wiegen der Welpen vor und nach dem Säugen abgeschätzt werden. Durch diese Vorgehensweise konnte man eine Laktationskurve in Abhängigkeit von Parametern mit direktem Einfluss auf die Milchproduktion (Gewicht und Gestalt der Mutter, Anzahl der gesäugten Welpen) aufstellen und eine Gleichung aufstellen, anhand derer sich die Milchproduktion schätzen lässt.

So kann man davon ausgehen, dass eine 32kg schwere Labradorhündin mit acht Welpen zur Aufzucht ihrer Jungen das 2,4fache ihres eigenen Gewichts an Milch produziert.

Es wäre jedoch anmaßend, die Milchproduktion in einer Gleichung „einschließen" zu wollen, die absolut gesehen auch noch Parameter wie die Temperatur im Wurfraum, den Wasserkonsum der Mutter, die Anzahl ihrer bisherigen Tragzeiten und ihre Stressbelastung enthalten müsste, um hier nur die wichtigsten zu nennen.

Anhand dieser Gleichung lässt sich auch mit relativer Genauigkeit die Menge der um die Laktationsspitze produzierten Milch errechnen, die etwa 4% der Gesamtproduktion ausmacht. Unsere Hündin aus dem obigen Beispiel produziert zum Höhepunkt der Laktationsperiode also etwa drei Liter Milch pro Tag, was natürlich eine beträchtliche Futterumstellung erfordert, damit sie in diesem Zeitraum, dem anstrengendsten und anspruchsvollsten ihres Sexualzyklus', nicht zu sehr abmagert.

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